Raumfahrt aktuell

NASA und Boeing versuchen es nochmals - Starliner Orbital Test-2

Boeing Starliner

Beim ersten Testflug des Starliner-Raumschiffs am 20.12.2019 traten bekanntlich gleich mehrere Software-Probleme auf, die auch katastrophal hätten enden können und die erst während des Fluges entdeckt worden sind.  Hätte Boeing ihren Software-Kode vor dem Flug genügend geprüft, wären die Fehler vermeidbar gewesen. Dies alles, obwohl Boenig deutlich mehr Geld aus dem NASA-Topf für die Entwicklung ihres Orbiters erhalten hat als die Konkurrenz ($5.1 Milliarden im Vergleich zu $3.1 Milliarden). Die NASA ist entsprechend besorgt über die mangelhafte Qualitätskontrolle bei dem einstmals führenden Luft- und Raumfahrtkonzern. Die Affäre um die tödlichen Abstürze der 737 Max weckt unschöne Erinnerungen!


Nun soll also am 19.5. ein zweiter Testflug gestartet werden. Dieses Mal wird eine Atlas V (United Launch Alliance) als Trägerrakete verwendet und das zweite Crew-Module eingesetzt. Bei diesem zweiten Test soll das gesamte System erneut auf Herz und Nieren getestet werden, mit besonderem Augenmerk auf die Problembereiche aus dem ersten Flug. Boeing will beweisen, dass die Firma die NASA-Anforderungen erfüllen kann und die Fehler behoben hat.

Der unbemannte Flug wird Ausrüstung zur ISS transportieren. Mit an Bord auf dem Sitz des Kommandanten ist auch wieder Rosie, eine anthropomorphe Testeinrichtung, die mit ihren 15 Sensoren die Belastung der Astronauten während des gesamten Fuges messen soll.

Rosie auf dem Sitz des Kommandanten

Bilder NASA

Erste private Mondlandung gescheitert

Erste private Mondlandung gescheitert

Der erste rein privat finanzierte Versuch einer robotischen Mondlandung ist am 11. April um 21:23 MESZ gescheitert.

Die von SpaceIL, einer Gruppe israelischer Weltraumenthusiasten, gebaute Sonde wurde am 22. Februar 19 an Bord einer Falcon-9 von SpaceX gestartet und erreichte am 4.4.19 eine eliptische Umlaufbahn um unseren Trabanten.

Während des Landeanfluges kam es zu Problemen mit dem Trägheits-navigationsgerät und einem Ausfall der Telemetrie.

Trotz geglücktem Neukontakt mit der Sonde gelang es nicht mehr, das Gerät genügend abzubremsen. Die Beresheet genannte Sonde schlug in der Folge mit hoher Geschwindigkeit im Mare Serenitatis auf.

Eine Nachfolgemission ist geplant. Wir drücken die Daumen!

TESS erfolgreich im Orbit


Finden wir bald erdähnliche Planeten in unserer Nachbarschaft?


Das schon am 18.4.18 an der Spitze einer Falcon 9 (SpaceX) gestartete Weltraumobservatorium TESS (Transit Exoplanet Survey Satellite) befindet sich noch in der Testphase, wird aber seine wissenschaftlichen Arbeiten Ende Juli 2018 aufnehmen. 

Seine Aufgabe ist es, die Helligkeit von ca 200 000 helle Sterne aus unserer Nachbarschaft während zweier Jahre genauestens zu beobachten. Sollte sich ein Planet vor einem dieser Sterne bewegen, so wird er das Licht des Sterns abdunkeln. Geschieht diese teilweise „Sternfinsternis“ regelmässig, so können die Wissenschaftler die Existenz eines Planeten absichern und wertvolle Daten über den Planeten gewinnen.

Ziel ist es, erdähnliche Planeten möglichst nahe unserer Erde zu finden. Diese Planeten können danach mit  bodengestützten Observatorien genauer untersucht werden. Spannend wäre es, einen Planeten mit Sauerstoff oder Methan in der Atmosphäre zu entdecken. 

Diese Gase können in grösseren Mengen fast nur durch Lebewesen in die Lufthülle gelangt sein. 


ES wird spannend!

Start am 18.4.18 an der Spitze einer Falcon 9. Erstmals durfte die Firma SpaceX eine High Priority Mission der NASA ins Weltall befördern. Alles verlief bisher nach Plan.


Komplizierte Bahnmanöver und eine Passage beim Mond waren geplant und nötig, um TESS auf seine stabile Bahn zu befördern. 

Alle Abbildungen : NASA